Methodische Fehler der Landschaftsbildanalyse zu Block 6

Beitrag vom 20 November 2009

E.ON legt eine Bewertung des Schadens am Landschaftsbild durch Block 6 vor. Darin wird mit einer mathematischen Methode der Kompensationsbedarf P mit einer Formel [P = ((E +- Zu-/Abschlag) + (I +- Zu-/Abschlag)) * 0,5] berechnet. Die Faktoren E sind die Empfindlichkeit der Landschaft und I die Intensität des Eingriffs.

Die Kommunale Arbeitsgemeinschaft kritisierte sowohl aus naturschutzrechtlichen als auch aus naturschutzfachlichen Gründen die E.ON Bewertung des Landschaftsschadens. Der Leiter des Fachbereichs Umwelt in der Stadtverwaltung Hanau, Dieter Zuth, bewertet den zu Grunde gelegten Leitfaden zur Bewertung des Landschaftsbildes des Landes Hessen als unegeignet, um ein Vorhaben mit 180 Meter Bauhöhe und 500 Meter Ausbreitungshöhe der Rauchschwaden zu bewerten. Er erläuterte dies am Beispiel, daß der Leitfaden bei einer maximalen Bauhöhe  von 40 Meter ende. “Damit werden so unterschiedliche Vorhaben von 41 und 401 Meter gleich, nämlich mit 4 Punkten bewertet”  begründete Dieter Zuth seine Kritik.

solch maßstabssprengendes ungeignet

RA Moeller-Meinecke @ 19:57
Gespeichert in: 15. Wirkungen Landschaft
Bewegende Plädoyers der Bürger gegen Block 6

Beitrag vom 20 November 2009

Ein emotional tief bewegendes Tremolo von Betroffenheit und Argumenten gegen das Kohlekraftwerk brachten 15 Bürger in der heutigen zweitsün digen Bürgerfragestunde vor. Beeintruckend waren die emotionalen Schilderungen von gehäuften Atemwegs- und Krebserkrankungen sowie die präsentierten Bilder und Videosequenzen der Rauchgasschwaden.

RA Moeller-Meinecke @ 18:55
Gespeichert in: Allgemein
Störfallrisiken für Umschlaggleis für Ammoniak erheblich erhöht

Beitrag vom 20 November 2009

Die elektrifizierete Bahnstrecke neben dem Umschlagort für Ammoniak auf dem E.ON Betriebsgelände wird beim Betrieb des Blockes 6 erheblich intensiver genutzt werden. Durch  den im Winter eintretenden Funkenschlag von der elektrischen Oberleitung auf den Stromabnehmer oder einen Riss der Oberleitung erhöhen sich die Brandrisiken und eines Störfalls beim Ammoniakumschlag erheblich.

Gasförmiges Ammoniak kann vor allem über die Lungen aufgenommen werden. Dabei wirkt es durch Reaktion mit Feuchtigkeit stark ätzend auf die Schleimhäute. Auch die Augen werden durch die Einwirkung von Ammoniak stark geschädigt. Beim Einatmen hoher Konzentrationen ab etwa 1700 ppm besteht Lebensgefahr durch Schäden in den Atemwegen (Kehlkopfödem, Stimmritzenkrampf, Lungenödeme, Bronchopneumonie) und Atemstillstand. Bei Übergang substantieller Ammoniakmengen in das Blut steigt der Blutspiegel von NH4+ über 35 µmol, was zentralnervöse Erscheinungen wie Tremor der Hände, Sprach- und Sehstörungen und Verwirrung bis hin zum Koma und Tod verursachen kann. Die pathophysiologischen Mechanismen sind noch nicht eindeutig geklärt, Ammoniak scheint vor allem die Astrozyten im Gehirn zu schädigen.

RA Moeller-Meinecke @ 17:14
Gespeichert in: 12. Betriebssicherheit
Stadt Hanau reduziert klimaschädliche Treibhausgase und fordert gleiches von E.ON

Beitrag vom 20 November 2009

!Der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen sowie die Orientierung an Kriterien einer nachhaltige Entwicklung stellen für die Stadt Hanau eine immer größere Herausforderung dar” erläuterte Angelika Gunkel als Leiterin der Stabsstelle Umwelt der Stadt Hanau und führte weiter aus: “Die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger wie auch die Standortgunst der Stadt Hanau ist eng verknüpft mit dem Erhalt einer intakten Umwelt.

1996 ist die Stadt Hanau dem Klima-Bündnis beigetreten. Die Mitglieder des Bündnisses bemühen sich um die Reduktion von klimaschädlichen Treibhausgasen. Um die Regenwälder zu erhalten sind sie eine Partnerschaft mit den indigenen Völkern des Amazonas-Beckens eingegagen.

Zur Erreichung der Ziele des Klima-Bündnis werden durch die Stadt Hanau konkrete Strategien in den Bereichen Energie und Klima umgesetzt”, die unter http://www.hanau.de/lebeninhanau/umwelt/agenda21/uebersicht/07749/ publiziert sind.

Die Stadt Hanau fordert von E.ON als Beitrag zur Reduktion von 80% der klimarelevanten Abgase einen Verzicht auf das Kohlekraftwerk.

RA Moeller-Meinecke @ 16:28
Gespeichert in: 14. Klima
Klimawandel erfordert Verzicht auf Block 6

Beitrag vom 20 November 2009

“Die Begrenzung des globalen Temperaturanstieges auf 2 Grad Celsius ist Ziel der Bundesregierung und erfordert den Verzicht auf den Betrieb nicht nur der bundesweit geplanten über 20 Kohlekraftwerke, sondern insbesondere auch auf Block 6″ plädierte Dr. Werner Neumann (Energiepolitischer Sprecher des BUND).

RA Moeller-Meinecke @ 15:33
Gespeichert in: 14. Klima
Explosionsrisiken des Dampfkessels

Beitrag vom 20 November 2009

Der Sachverständige Ingo Goedeke begründete die Risiken einer Explosion des Dampfkessels.

Die Betriebsicherheitsverordnung regelt die Bereitstellung und Benutzung von überwachungsbedürftigen Anlagen und den betriebliche Explosionsschutz und legt Schutzziele fest. Beim Betrieb von Anlagen, insbesondere überwachungsbedürftigen Anlagen mit entzündlichen bzw. explosionsfähigen Flüssigkeiten, Gasen oder Stäuben hat der Explosionsschutz aufgrund des Gefährdungspotenzials eine große Bedeutung. Explosionsgefahren in Anlagen können durch freiwerdende entzündliche Stoffe entstehen oder durch falsch bereitgestellte Geräte hervorgerufen werden.

Das zentrale Instrument zur Bewertung der möglichen Explosionsrisiken und für die Festlegung der Explosionsschutzmaßnahmen ist die Gefährdungsbeurteilung. Kann die Bildung gefährlicher explosionsfähiger Atmosphäre nicht sicher verhindert werden, so ist zunächst deren Wahrscheinlichkeit und Dauer des Auftretens zu beurteilen. Bei der Beurteilung sind insbesondere die Explosionsschutz-Regeln “BGR 104″ der Berufsgenossenschaften zu beachten.

Die Kommunale Arbeitsgemeinschaft Staudinger beantragt die Einholung eines Explosionsschutzgutachtens durch das Land Hessen zu Block 4- 6 mit einer Bewertung der Explosionsgefährdungen und der Bewertung derMaßnahmen zur Erreichung der Ziele des Explosionsschutzes.

RA Moeller-Meinecke @ 14:39
Gespeichert in: 12. Betriebssicherheit
Kohleverbrennung setzt Radioaktivität frei

Beitrag vom 20 November 2009

Kohlen vermögen durch ein starkes Adsorptionsvermögens Uran anzureichern. Die Úrananreicherung erfolgte bereits in den Pflanzen bevor es zur Kohlebildung kommt. Kohle enthält fast immer auch Spuren der radioaktiven Elemente Uran, Thorium und Radium. Gehalte bis 80 ppm sind nachgewiesen.

Da weltweit etwa 7800 Millionen Tonnen Kohle pro Jahr in Kohlekraftwerken verbrannt wird, schätzt man den Gesamtausstoß auf 10.000 Tonnen Uran und 25.000 t Thorium, der zum großen Teil in der Asche enthalten ist. Denn bei der Verbrennung uranhaltiger Kohle erhöht sich das Anreicherungsverhältnis um das 20-fache. Die Abfallprodukte eines Kohlekraftwerkes sind so hoch belastet, daß daraus Uran gewonnen werden kann.Zwischen 1960 und 1970 wurde in den USA etwa 1100 Tonnen Uran aus Kohleasche gewonnen. Der Urangehalt der Asche liegt mit durchschnittlich 210 ppm Uran (0.021%U) über dem Urangehalt mancher Uranerze. In der DDR wurde Uran sogar aus Kohle gewonnen.

Nachbarn eines Kohlekraftwerkes sind nach einer Untersuchung der Strahlenschutzkommission einer höheren radioaktiven Belastung ausgesetzt als die Anwohner eines Atomkraftwerks.

E.ON hat die damit freigesetzten Krebsrisiken nicht ausreichend untersucht. Das Regierungspräsidium lehnt die Einholung ergänzender Gutachten ab.

Die Kommunale Arbeitsgemeinschaft rügt die mangelhafte Aufklärung des Krebsrisikos durch Radioaktivität und beantragt folgende Sachverständigengutachten

(1.) zur atmosphärischen Ausbreitung von radioaktiv belastetem Schwebstaub und Radon durch Simulationsrechnungen und

(2.) zur Gesundheitsverträglichkeit unter Berücksichtigung auch der Expositionspfade Ingestion und Radon-Exhalation.

RA Moeller-Meinecke @ 10:27
Gespeichert in: 11. Schadstoffe
Kleingärtner plädieren gegen Block6

Beitrag vom 19 November 2009

Der Kleingartenverein Kleinauheim plädierte in der heutigen zweiten Bürgerfragestunde durch seinen Vorsitzenden Theo Gunkel mit 24 Argumenten gegen die Genehmigung von Block 6.

RA Moeller-Meinecke @ 18:03
Gespeichert in: Allgemein
Neues Gesundheitsgutachten gefordert

Beitrag vom 19 November 2009

Die unabhängige Begutachtung der Krankheitsrisiken durch den Betrieb des Kohlekraftwerkes durch einen von der Landesregierung zu beauftragenden Sachverständigen beantragte Rechtsanwalt Möller für die Kommunale Arbeitsgemeinschaft. Er begründete dies mit folgenden Indizien für einé Gefährdung der Gesundheit der Bürger in der Nachbarschaft:

(1) Die Irrelevanzschwelle istnach Bewertung durch Prof. Dr. Thomas Steffens für einzelne Stoffe überschritten (Quecksilber und Nickel).

(2) Der neue Block emittiere entgegen dem “Emissionsversprechen” mehr Kohlenmonoxid (+ 13 %) und ätzende Salzsäure (+ 12 %).

(3) Der Kühlturm wirke als Wäscher und verschlechter die Umweltbelastungen durch die Erhöhung der Schadstofffracht im
Abwasser und im Abfallsaufkommen.

RA Moeller-Meinecke @ 17:46
Gespeichert in: 11. Schadstoffe
Gesundheitsgefahren unterschätzt

Beitrag vom 19 November 2009

Dem von E.ON vorgelegten “Umweltmedizinisch-humantoxikologischen Gutachten fehlt es an einer gebotenen “Qualitätssicherung der Datenlage”, so Professor Thomas Steffens in seiner Bewertung, die er schon im Raumordnungsverfahren vorgetragen hatte.

(1) Es mangele auch an einer gebotenen “konservativen Bewertung der Umweltauswirkungen unter Berücksichtigung der maximlen Unsicherheiten.

(2) Das Stoffinventar sei unvollständig (Selen, Kohlenmonoxid, Biozide),

(3) das Untersuchungsdesign berücksichtige die langjährige industrielle Vorbelastung der Region nicht hinreichend und

(4) die Messpunkte lägen überwiegend außerhalb stärker belasteter
Bereiche,

(5) es fehle eine gebotene vorhabensspezifische umweltmedizinische Betrachtung,

(6) es fehle ein Biomonitoring und

(7) es fehle auch an einer fachgerechte Beurteilung der Auswirkungen über den Wasserpfad.

RA Moeller-Meinecke @ 17:35
Gespeichert in: 11. Schadstoffe